Mittwoch, 27. Juni 2012

Lies eine Biographie!


... lautete das Buchthema im Mai/Juni 2012.

Ich hatte mich für "Leben mit Picasso" entschieden, obwohl Biographien so gar nicht mein Ding sind.



Zum Glück habe ich mich durchgerungen bei diesem Thema mitzumachen, ich fand das Buch doch interessanter als befürchtet.
Einige Stellen im Buch habe ich mir markiert, teils um bestimmte Werke Picassos nachzuschlagen, teils um euch an den markantesten Textpassagen teilhaben zu lassen.

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Wir lernen Picasso durch die Gilot als Menschen und Künstler kennen wie nie zuvor. Wir lernen das Genie sogar besser verstehen. Uns hat das Drama einer Frau bewegt, die nach zehn Jahren des Zusammenlebens das Genie nicht länger ertragen konnte. Das menschliche Dokument ist auch dafür ein Zeugnis, daß die Kunst eine tödlich gefährliche Region ist, in der mit dem Leben bezahlt wird. 
Buchrückentext
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"Als ich noch ein Kind war, sagte meine Mutter mir: >Wenn du Soldat wirst, wirst du General werden. Wenn du ein Mönch wirst, wirst du schließlich Papst werden.< Statt dessen habe ich es als Maler versucht und bin Picasso geworden."
Seite 45
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"Ich kann nichts dagegen machen", sagte er. "Der Kopf will einfach auf diese Weise dargestellt werden. So ist es manchmal. Es gibt Formen, die sich dem Maler aufdrängen. Er sucht sie sich nicht aus. Und sie entspringen manchmal einem Atavismus, der noch vor dem animalischen Leben liegt. Es ist sehr mysteriös und verdammt ärgerlich."
Seite 102
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... Die meisten Maler und Bildhauer, die Pablo besuchte, fühlten sich etwas unbehaglich, wenn er ihre Ateliers betrat. Das mochte daran liegen, dass Pablo oft sagte: "Wenn es etwas zu stehlen gibt, stehle ich es." Darum hatten sie wohl alle das Gefühl, wenn sie ihm ihre Arbeiten zeigten und etwas sein Auge besonders fesselte, daß er es übernehmen und viel besser machen könne, und dann werde alle Welt denken, sie seien es gewesen, die ihn kopiert hatten.
Seite 265/266
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... Er hatte einmal zu mir gesagt: "Alle Menschen haben das gleich Potential an Energie. Der Durchschnittsmensch verschwendet die seine in einem Duzend Kleinigkeiten. Ich verschwende die meine auf eine einzige Sache: meine Malerei. Alles andere wird ihr geopfert - du und jeder andere - einließlich meiner selbst."
Seite 294
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Auch wenn ihr - wie ich - kein Kenner oder Liebhaber von Picassos Kunst seid, kann ich euch das Buch empfehlen. 
Es vermittelt einen guten Eindruck von Picasso aus der Sicht Francoise Gilots.

 Jetzt brauche ich wieder etwas Leichteres :-)
liebe Grüße, Judith



Kommentare:

Mila hat gesagt…

"Es ist sehr mysteriös und verdammt ärgerlich..." Was für ein schönes Zitat. Ich liebe ja Biografien, liebe Judith, insofern ist das Buch definitiv was für mich. Herzlichst Mila

mutter holunder hat gesagt…

Mit den Zitaten aus dem Buch hast du mich doch sehr neugierig gemacht. Ich werde es mal auf meine Leseliste setzen. Danke für den Tipp!
Liebe Grüße
Andrea