Sonntag, 17. Februar 2013

Leseempfehlung: Die Winterrose

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"Mein Gott", sagte India.
"Sie haben unser Geld genommen - die sogenannten Doktoren - und nichts getan. Nichts, als meine Mutter zu beschämen, ihr zu sagen, sie hätte das Baby nicht richtig gepflegt. Es nicht richtig gefüttert. Nicht vor Feuchtigkeit geschützt. Können Sie sich das vorstellen? Vor Feuchtigkeit schützen? In London!" Er schüttelte den Kopf. "Wenn wir einen Platz gehabt hätten, wo wir die Kleine hätten hinbringen können, einen guten Platz, wäre vielleicht alles anders gekommen. Für das Baby. Für uns alle."
"Für Sie", sagte India leise.
Sid blickte weg. Sie sah ihn eindringlich an. "Wer sind sie, Sid?"
"Niemand, den Sie kennen wollen."
"Missus! Ich hab´ was Besseres vor, als die ganze Nacht hier rumzustehen. Wollen Sie einsteigen oder nicht?" rief der Kutscher.
India biß sich auf die Lippe. "Nein, das möchte ich nicht. Tut mir leid."
Sie gab Sid sein Geld zurück und sagte: "Also kommen Sie. Gehen wir."
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(Seite 256)

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"Sid, warte!" rief sie. "Das ist es nicht. Ganz und gar nicht!" Aber es war zu spät. Er war schon zur Tür hinaus.
Sie lief zum Fenster, drückte die Handflächen auf die Scheibe. Sie wollte ihm nachrennen, tat es aber nicht. "Du täuscht dich", sagte sie, als sie ihn weggehen sah. "Ich fürchte mich nicht vor dir. Verstehst du das nicht? Sondern vor mir selbst."
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(Seite 274)

Solltet ihr "Die Teerose", "Die Winterrose" und "Die Wildrose" von Jennifer Donnelly noch nicht kennen ... ich kann euch die 3 Bücher wirklich empfehlen!

liebe Grüße, Judith