Mittwoch, 22. Juni 2016

Ich kanns noch!

Eine gefühlte Ewigkeit - im Grunde seit Anfang des Jahres - habe ich nichts mehr genäht.
Als Geschenk für eine Freundin meiner Mutter habe ich versprochen ein Babyset anzufertigen ... und siehe da - ich kanns noch! 
Ich habe dafür bereits erprobte Schnitte aus der Zwergenverpackung in der Größe 62/68 von Farbenmix verwendet. 




Hat Freude gemacht wieder etwas zu Nähen, ich werde die Nähmaschine nicht gleich wieder wegräumen ... vielleicht nehme ich gleich noch etwas in Angriff :-)

liebe Grüße, Judith


Montag, 20. Juni 2016

Leseempfehlung!

Vor einer Weile habe ich "Zwanzig Zeilen Liebe" von Rowan Coleman gelesen.
Ein ganz außergewöhnliches Buch!

Es geht um Stella. Stella ist Krankenschwester und arbeitet in einem Hospiz. Hier lernt sie viele, Menschen kennen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für all diese Menschen schreibt Stella Briefe - Abschiedsbriefe an Personen, welchen die Sterbenden noch etwas mitzuteilen haben.
Da sind zum Beispiel Hope und ihr bester Freund Ben, Thea mit Tochter Issy und Grace - mit einem ganz besonderen Geheimnis.
Privat kämpft Stella gegen eine Ehekrise an, ihr Mann Vincent hat im Krieg ein Bein verloren und dieses Schicksal noch nicht überwunden. Auch er trägt ein Geheimnis mit sich herum, welches ihm schlaflose Nächte bereitet.
Stella verhilft vielen Menschen zu einem "Happy End" ... doch vor ihren eigenen Problemen läuft sie davon, im wahrsten Sinne des Wortes.
Aber ich verrate euch was: alles wird gut!

Seite 108:
... Man soll tapfer und munter sein, stark und ein Vorbild, trotzig und großherzig ... aber das bin ich nicht, Stella. Ich bin nicht tapfer. Die ganze Zeit habe ich Angst. Ich bin traurig und wütend und will kein Vorbild sein. Ich will unsichtbar sein, wie du gesagt hast. Ich will nicht, dass das Leben mich überhaupt bemerkt, denn wenn das Leben mich bemerkt, bemerkt mich auch der Tod."

Seite 291/292:
... Irgendwann in den letzten vierundzwanzig Stunden bin ich zu Boden gesunken. Ganz unten angekommen. Da bin ich jetzt, und ich weiß, dass ich überleben kann. Ich muss nur noch herausfinden, wie ich wieder an die Oberfläche komme. Und dann tief Luft holen.

Seite 391:
... "Ich habe deinen Vater so sehr geliebt", sagt sie, und ich bin mir nicht sicher, ob sie die Worte an mich oder den Himmel richtet. "Er war ein wunderbarer Mann, viel zu gut für mich. Von Anfang an. Er hatte immer ein Lächeln im Gesicht, er strahlte immer so. Ich dachte damals, wenn so ein Mann mich liebt, dann wird er Sonne in jeden dunklen Winkel meiner Seele bringen. Dann wird er alles Dunkle aus mir herauslieben, und ich werde wieder glücklich sein. Und er hat mich geliebt. Er hat mich so sehr geliebt. Und ich habe  das Dunkle auf ihn übertragen, ich habe aus seinem glücklichen Leben ein unglückliches gemacht."

*****

Nicht unbedingt "leichte Lektüre" ... aber schön. Traurig-schön.

Liebe Grüße, Judith